So wählen Sie das richtige PMU-Pigment aus: Farbton, Qualität und Heilungsverlauf
Das Ergebnis von Permanent Make-up hängt nicht nur von der Technik ab, sondern auch davon, welches Pigment der Artist verwendet. Ein falsch gewählter Farbton kann sich nach dem Abheilen ganz anders verändern, als der Kunde erwartet hat. Wenn Sie sich fragen, wie Sie das richtige PMU-Pigment auswählen, zeigt Ihnen dieser Überblick, worauf es ankommt – vom Hautunterton über das verheilte Farbergebnis (Healed Color) bis hin zur Qualität und Sicherheit des Produkts selbst.
Inhalt dieses Artikels
- Schnelle Übersicht
- Was die Wahl des PMU-Pigments beeinflusst
- Warmer, kalter und neutraler Hautunterton
- Wie sich das Pigment nach dem Abheilen absetzt
- Pigmente nach Behandlungszone
- Mischen und Korrigieren von Farbtönen
- Worauf Sie bei der Qualität von Pigmenten achten sollten
- Die häufigsten Fehler bei der Auswahl
- Empfohlene Pigmente für PMU
- Häufig gestellte Fragen
- Fazit
Schnelle Übersicht
- Die Pigmentauswahl richtet sich vor allem nach dem Hautunterton der Kunden, nicht nur nach dem gewünschten Farbton.
- Das verheilte Farbergebnis (Healed Color) unterscheidet sich immer leicht vom frisch aufgetragenen Pigment.
- Für Augenbrauen, Lippen und Eyeliner eignen sich jeweils unterschiedliche Farbtöne und Konsistenzen.
- Hochwertige Pigmente sind stabil, hypoallergen und entsprechen den Anforderungen der EU-REACH-Verordnung.
- Das Mischen von Farbtönen gehört zu den Grundfertigkeiten, die über ein natürliches Ergebnis entscheiden.
Was die Wahl des PMU-Pigments beeinflusst
Auf das endgültige PMU-Ergebnis wirken sich mehr Faktoren aus als nur die gewählte Farbe:
- Hautunterton und Hauttyp der Kunden
- Behandlungszone (Augenbrauen, Lippen, Eyeliner)
- Technik (Haarzeichnung, Ombré, Kombitechnik)
- Erwartete Pigmentreaktion während des Heilungsprozesses
Derselbe Farbton kann sich daher bei zwei verschiedenen Personen völlig unterschiedlich verhalten.

Warmer, kalter und neutraler Hautunterton
Der Hautunterton entscheidet darüber, ob das Pigment nach dem Abheilen im gewünschten Farbton bleibt oder in eine andere Richtung umschlägt.
- Warmer Unterton – verträgt auch wärmere, goldenere Töne ohne das Risiko unerwünschter Verfärbungen.
- Kalter Unterton – bei warmen Pigmenten besteht die Gefahr, dass das abgeheilte Ergebnis ins Orangefarbene oder Rötliche abdriftet; kühlere, aschigere Töne sind meist besser geeignet.
- Neutraler Unterton – am universellsten, verträgt ein breiteres Spektrum an Farbtönen.
Die Bestimmung des Untertons sollte der erste Schritt sein, noch vor der Auswahl des konkreten Produkts.
Wie sich das Pigment nach dem Abheilen absetzt
Die Farbe, die Sie direkt nach der Behandlung sehen, ist nicht das Endergebnis. Während der Heilung kommt es zum sogenannten Healed Shift – das Pigment setzt sich in der Haut ab, und der Farbton wird häufig heller oder verändert seine Nuance leicht.
Generell gilt:
- Wärmere Nuancen neigen dazu, nach dem Abheilen noch etwas mehr „aufzuwärmen“.
- Kalte Nuancen können nach dem Abheilen graustichig wirken, wenn sie nicht passend gewählt wurden.
- Hochwertige Pigmente sind so formuliert, dass diese Veränderung möglichst gering und vorhersehbar bleibt.
Erfahrung mit einer bestimmten Marke und deren Healed-Palette ist daher genauso wichtig wie die eigentliche Farbauswahl.
Pigmente nach Behandlungszone
Augenbrauen Am häufigsten werden Töne verwendet, die sich an der natürlichen Haarfarbe der Kunden orientieren und auf den Hautunterton abgestimmt sind. Bei Haarzeichnung (Hairstrokes) ist auch die Konsistenz des Pigments wichtig – es muss feine Linien präzise abgeben.
Lippen Lippenpigmente arbeiten mit der Korrektur des natürlichen Untertons (z. B. dem Abdecken eines bläulichen oder gelblichen Stichs) und besitzen eine dichtere Konsistenz für eine gleichmäßige Deckkraft.
Eyeliner Hier fällt die Wahl meist auf sattes Schwarz oder Dunkelbraun mit Fokus auf Farbstabilität – die Linie sollte nach dem Abheilen nicht blau oder grün werden.
Mischen und Korrigieren von Farbtönen
Fertige Farbtöne direkt aus der Flasche passen selten zu 100 % für alle Kunden. Deshalb gehört das Mischen zu den Schlüsselqualifikationen:
- Kombination zweier oder mehrerer Nuancen für eine exaktere Abstimmung auf die Naturfarbe
- Einsatz von Korrektoren (z. B. zur Neutralisierung unerwünschter Untertöne)
- Verdünnen für weichere, natürlichere Effekte bei sensibleren Techniken
Systeme renommierter Hersteller bieten in der Regel durchdachte Paletten an, die speziell für das einfache Mischen entwickelt wurden.
Worauf Sie bei der Qualität von Pigmenten achten sollten
Die Qualität des Pigments beeinflusst nicht nur das spätere Farbergebnis, sondern auch die Sicherheit und den Heilungsverlauf. Achten Sie auf:
- Konformität mit der EU-REACH-Verordnung
- Stabile Viskosität und Konsistenz
- Vorhersehbares Verhalten beim Abheilen (Healed-Palette des Herstellers)
- Hypoallergene Zusammensetzung und geringes Irritationsrisiko
Günstigere, ungeprüfte Pigmente wirken zwar wie eine Ersparnis, aber das Risiko unvorhersehbarer Ergebnisse oder Hautreaktionen wiegt schwerer als jeder Preisvorteil.
Die häufigsten Fehler bei der Auswahl
- Auswahl des Farbtons nur nach dem frischen Erscheinungsbild ohne Berücksichtigung des Healed Shifts
- Missachten des Hautuntertons der Kunden
- Verwendung von Pigmenten außerhalb der empfohlenen Healed-Palette des Herstellers
- Unzureichendes Testen einer neuen Marke vor der Arbeit am Kunden
- Kombinieren von Pigmenten verschiedener Hersteller ohne nachgewiesene Kompatibilität
Empfohlene Pigmente für PMU
Die Wahl des richtigen Pigments ist eine Kombination aus Erfahrung und Vertrauen in eine verlässliche Marke mit vorhersehbarer Healed-Palette. Beliebte Produktlinien sind unter anderem Perma Blend, Biotek, Nuva Colors, Etalon Mix, Tina Davies, Amiea, The Pigment, Pro Nouveau oder Dynamic PMU – jede mit eigenem Charakter bei Farbtönen und Konsistenz.
Das vollständige Angebot an EU-zugelassenen Pigmenten finden Sie in der Kategorie PMU-Pigmente bei Celtic Supply.

Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich den Hautunterton der Kunden?
Der Unterton wird anhand der natürlichen Hautfärbung sowie der Adern am Handgelenk bestimmt (bläuliche Adern deuten meist auf einen kalten, grünliche auf einen warmen Unterton hin). Erfahrene Artists kombinieren zudem weitere visuelle Merkmale.
Warum weicht die Pigmentfarbe nach dem Abheilen vom frischen Auftrag ab?
Dabei handelt es sich um den sogenannten Healed Shift – das Pigment lagert sich in der Haut ein, wodurch die Farbe typischerweise etwas heller wird oder den Ton leicht verändert. Das ist ein normaler Prozess und kein Anwendungsfehler.
Müssen PMU-Pigmente in der EU zugelassen sein?
Ja, Pigmente müssen den Anforderungen der EU-REACH-Verordnung entsprechen, die eine sichere Zusammensetzung für die Anwendung auf der Haut festlegt.
Lässt sich das Pigment nach der Behandlung noch anpassen?
Ja, unerwünschte Untertöne können in einer Folgesitzung mit Korrekturpigmenten teilweise ausgeglichen werden. Das Ergebnis hängt jedoch immer vom Einzelfall ab.
Ist es besser, fertige Farbtöne zu nutzen oder selbst zu mischen?
Beides hat seine Daseinsberechtigung. Fertige Farbtöne bieten eine schnellere Lösung, während das Mischen eine noch exaktere Abstimmung auf die Naturfarbe der Kunden ermöglicht.
Verhält sich das Pigment auf den Lippen anders als an den Augenbrauen?
Ja, die Lippenhaut weist eine andere Struktur und oft einen ausgeprägteren Eigenunterton auf, der bereits bei der Farbwahl berücksichtigt werden muss.
Fazit
Die Auswahl des PMU-Pigments ist mehr als nur die Entscheidung für einen Lieblingsfarbton aus dem Katalog. Entscheidend sind der Hautunterton der Kunden, die Healed-Palette der jeweiligen Marke und die zu behandelnde Zone. Je besser der Artist das Verhalten des Pigments beim Abheilen versteht, desto natürlicher und stabiler wird das Endergebnis – und desto zufriedener ist letztlich auch der Kunde.
